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Zuhause oder im Heim? Die richtige Pflegeform für alle Beteiligten finden.

Die Entscheidung, ob ein geliebter Mensch zuhause oder in einem Pflegeheim betreut wird, ist eine der schwierigsten, die Familien treffen müssen. Neben emotionalen Aspekten spielen dabei auch finanzielle und organisatorische Fragen eine entscheidende Rolle. Doch welche Optionen gibt es wirklich, und welche Kosten kommen auf Betroffene und Angehörige zu?
Älteres Paar am Esstisch

Wie, wo und von wem Pflegebedürftige gepflegt werden, hat auch Auswirkungen auf Angehörige, weswegen die Pflegeform wohl abgewägt werden sollte.


Pflege zuhause: Selbstbestimmtes Leben mit Unterstützung

Viele Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. Die Pflege zuhause kann mit Unterstützung durch Angehörige, ambulante Pflegedienste oder Haushaltshilfen erfolgen.

Vorteile für Pflegebedürftige:

Verbleib in der vertrauten Umgebung, was besonders für Menschen mit Demenz von Vorteil ist
Individuelle Betreuung, angepasst an persönliche Bedürfnisse und Vorlieben
Mehr Selbstbestimmung, da Tagesabläufe selbst gestaltet werden können

Vorteile für Angehörige:

Enge emotionale Bindung bleibt erhalten
Flexible Gestaltung der Pflege, abgestimmt auf familiäre Strukturen
Pflegegeld und Zuschüsse können finanzielle Unterstützung bieten

Nachteile für Pflegebedürftige:

Mögliche Überforderung bei steigendem Pflegebedarf
Notfallversorgung kann schwieriger zu organisieren sein
Anpassungen im Wohnraum notwendig (z. B. barrierefreie Umbauten)

Nachteile für Angehörige:

Hohe körperliche und emotionale Belastung, besonders bei intensiver Pflege
Organisation von Pflegediensten und Hilfen erfordert viel Zeit
Trotz Pflegegeld können Eigenkosten entstehen (z. B. für Hilfsmittel oder Umbaumaßnahmen)

Hinweis zur Finanziellen Unterstützung:

  • Pflegegeld (je nach Pflegegrad zwischen ca. 330 und 950 Euro monatlich)
  • Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat für Haushaltshilfen oder Betreuung
  • Zuschüsse für barrierefreie Umbauten

Pflegeheim: Rundum-Betreuung mit hohen Kosten

Ein Umzug in ein Pflegeheim kann notwendig werden, wenn die Pflege zuhause nicht mehr zu bewältigen ist – sei es aus gesundheitlichen, organisatorischen oder sozialen Gründen. In einem Pflegeheim erfolgt eine 24/7-Betreuung durch Fachpersonal.

Vorteile für Pflegebedürftige:

Professionelle Pflege und medizinische Versorgung rund um die Uhr
Soziale Kontakte durch Gemeinschaftsleben und Aktivitäten
Sicherheit bei gesundheitlichen Notfällen

Vorteile für Angehörige:

Entlastung von körperlicher und organisatorischer Pflegearbeit
Keine Verantwortung für medizinische oder pflegerische Maßnahmen
Planbare und verlässliche Betreuung

Nachteile für Pflegebedürftige:

Verlust der gewohnten Umgebung, was zu Unsicherheiten führen kann
Eingeschränkte Selbstbestimmung durch feste Abläufe
Eingewöhnungszeit notwendig, nicht jeder fühlt sich im Heim wohl

Nachteile für Angehörige:

Hohe Kosten – Eigenanteil liegt durchschnittlich bei ca. 2.400 Euro pro Monat
Teilweise lange Wartezeiten auf einen Pflegeheimplatz
Gefühl von Schuld oder Unsicherheit, wenn der Angehörige nicht mehr zuhause betreut werden kann

Hinweis zur Finanziellen Unterstützung:

  • Pflegekassen übernehmen einen Teil der Kosten, Eigenanteil bleibt jedoch hoch
  • Hilfe zur Pflege (Sozialhilfe) möglich, wenn das Einkommen nicht ausreicht